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Das verrückte Spiel - Kinder lernen Theater und Selbstbewusstsein

TAGT 2013 (Der verrückte Olymp)

In den vergangenen Jahren haben Schülerinnen und Schüler unter der Leitung von Joe Knipp das Theaterspielen gelernt. An verschiedenen Schulen (Grundschule bis Gymnasium), zuletzt im Gymnasium Köln Deutz in einer Theater-AG über mehrere Jahre. Schon nach wenigen Wochen konnten Eltern und Lehrer/innen eine veränderte, mutigere und präsentere Haltung der Kinder im Unterricht und zu Hause beobachten. In der Theater AG wurde die Idee selbst verfasste Texte auf die Bühne zu bringen Wirklichkeit. insgesamt konnten drei kleine Theaterstücke zur Uraufführung gebracht werden. Nicht nur in der Aula des Gymnasiums, sondern zusätzlich im Theater am Sachsenring.

Die letzte Premiere „Der verrückte Krimi“, stammte von Katharina Kunz, einer Achtklässlerin, die selbst auch mitspielte. Auf amüsante Weise erzählt sie uns eine Geschichte von Kriminalkommissaren, flüchtigen Verdächtigen, und natürlich einer Toten, die offenbar "geschubst" worden ist. Liebe, Intrigen und Verrücktheiten...

Mit: Samirah Breuer, Katharina Kunz, Julian Le Gall, Julia Petruzzelli, Gabriel Sanaylan König, Kyra Schönenborn, Rebecca Angelini, Yaren Gök, Anna Schier, Anna Stöcker.

Leitung TAGT: Joe Knipp (Regie), Mitarbeit: Marianne Beger.

 

Schauspielschule Theaterakademie mit: "GROSS UND KLEIN"

Groß und Klein
"Groß und Klein" von Botho Strauß

von Botho Strauß

Abschlussinszenierung der Semester 7 und 8 der Theaterakademie Köln unter Leitung von Joe Knipp

Premiere 29. November 2012

Was ist mit Lotte los? Sie ist im Urlaub, sie zieht in ein Haus, sie ist unterwegs. Sie will nur da sein. Sie sucht einen Ort, an dem sie bleiben kann. Sie redet, sie hilft. Sie fährt Paul hinterher, mit dem sie noch verheiratet ist. Oder sie besucht einfach eine Freundin aus Kindertagen. Sie schaut durch ein offenes Fenster und redet mit einem fremden Paar. Sie stößt auf Verwunderung, Ablehnung, sie wird missverstanden. Was ist los mit Lotte? Ist Lotte eine Nervensäge, eine Gerechte oder gar ein Engel? Oder ist Lotte einfach nur eine ganz normale, einsame Frau. Die Szenenfolge von Botho Strauß ist temporeich, komisch - und undurchdringlich.
Gespielt von Jennifer Silke, Christina Schumacher, Melanie Reiter, Miriam Mentzel, Marcus Abdel-Messih, Burak Sener, Jan Wagner, Patric Welzbacher. Inszenierung: Joe Knipp

"Groß und Klein" von Botho Strauß

Groß und Klein
Das Ensemble des Akadmietheaters der Theaterakademie Köln unter der Leitung von Joe Knipp

Theater AG in der Schule

Die Kinder der TAGT bei einer Erzähl-Entspannungsübung

Seit 2006 war Theaterleiter und Regisseur Joe Knipp im Gymnasium Köln-Deutz, Thusneldastraße, an der Erarbeitung von Schultheaterstücken beteiligt, zunächst in französischer Sprache, unter der Leitung von Veronika Ferger. Dort half er als Theaterregisseur den Spielenden ihre 'Rollen' zu finden.

2012 wurde dann unter seiner Leitung eine Theater AG eingerichtet. Bereits nach kurzer Zeit zeigten die acht Kinder (6. bis 8. Klasse) zum "Tag der offenen Tür" vor Publikum eine Szene, die aus Improvisationen entstanden war: "Das verrückte Restaurant".

Die Theater AG Thusneldastraße (TAGT) konnte dann - bis 2015 - in jedem Schuljahr ein neues, von Schülerinnen und Schülern selbst geschriebenes Stück einstudieren, das sowohl im 'richtigen' Theater als auch in der Schulaula Premiere feiern durfte.

Diese besondere, kreative Arbeit, die zum Ziel hatte die Talente der Schülerinnen und Schüler optimal zu fördern, hatte tatsächlich zur Folge, dass die Kinder sich auf der Bühne spielerisch ausprobierten, in neue Rollen schlüpften, ein neues Gruppen- oder Ensemble-Verhalten erlernten und so immer wieder neue Seiten an sich entdecken konnten, was sich wiederum auf alle anderen Bereiche des Schullebens sichtbar auswirkte. Eine gute Erfahrung.

 

Theater und Schule

Schulprobe
Probe im Thusnelda-Gymnasium Köln-Deutz mit der französischen Theatergruppe für "Paris je t'écris"

Unterricht für Kinder und Jugendliche

 


Paris, je t'écris

Die letzte Schulproduktion des 'Café Théatre' unter Leitung von Veronika Ferger spielte diesmal Szenen zum Thema 'Paris'. Auch diese Proben wurden von Regisseur Joe Knipp begleitet. Premiere war am 28. Nov. 2010 in der Aula des Gymnasiums Köln-Deutz, Thusneldastraße.

Die Inszenierung wurde zur Schultheaterwoche im Juli 2011 eingeladen.

links: Probe in der Aula


Die Begleitung von Schultheater-Produktionen gehört zum festen Angebot, wie auch die individuell und nach Bedarf zu gestaltenden Workshops und Kurse zum Thema Theater spielen. Einer der beliebtesten Workshops ist das

Angebot von Joe Knipp, Leiter des Theaters am Sachsenring

Wie geht das? Immer wieder wird diese Frage, wie während der Schultheaterwoche im Schauspielhaus, oder in Schulen selbst, einfach in der Praxis beantwortet. Alles klärt sich durch Probieren. Nach vier Tagen Workshop kann die Szenenfolge auf der 'richtigen' Bühne des Theaters am Sachsenring präsentiert werden.

Fachkundige Beratung und Buchung über das Theater am Sachsenring.
E-Mail:

theater.am.sachsenring@t-online.de

Tel. 0221/31 50 15

Mob. 0171 5360626

Beispiele aus den vergangenen Jahren:


Vom Streit zur Versöhnung

Ein Theaterkurs mit Kindern der Ildefons-Herwegen-Grundschule in Junkersdorf hat im Theater am Sachsenring in 3 Tagen im November 2009 ein ganzes Stück zur Folge gehabt, ein Stück, das von den Kindern selbst erfunden und auf die Beine gestellt wurde. Unter der Leitung von Regisseur Joe Knipp probten die acht Achtjährigen mit Feuereifer eine Geschichte um eine Schneeballschlacht, Beschuldigungen, Befragung in der Schulklasse und Versöhnung der Freunde.
Mit Klavierbegleitung, dramatischen Szenen und einer bemerkenswerten Wandlungsfähigkeit der Kinder, die sich alle Charaktere sehr genau angeeignet haben. Ein lustvoller Arbeitsprozess.


Ludwig van B.

Die jüngste Premiere im Bereich Schule und Theater - genauer gesagt des "Netzwerks Schule und Kultur für musikalische Jugendarbeit in Bonn" unter Leitung von Dr. Solveig Palm, war ein Ereignis. Die Premiere von "Götterfunken" im alten Plenarsaal des deutschen Bundestages. Ludwig van Beethoven, Friedrich Schiller, Thomas Mann, sie reden über Freude, Politik, Moral. Begriffe und Wirklichkeit. Kunst und Schaubühne. In einem Fernseh-Wahl-Studio bricht offener Streit aus über Musik, Dichtung und 'Balkendiagramme'. ("Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen", sagt eine Schiller-Figur, die sich ins Leben traut).

Jugendliche und Kinder spielten und sangen, das kleine Ensemble von jungen Darstellern sprühte vor Energie spielte die zum Teil absurden Szenen unter der Überschrift "Götterfunken" (Regie: Joe Knipp).


Le Malade Imaginaire

Wieder ein großer Erfolg der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, diesmal in Unterstützung der französischen Theatergruppe des Städtischen
Gymnasiums Deutz. Diesmal kam Molières große Komödie "Le malade imaginaire"
in der Inszenierung von
Veronika Ferger auf die Bühne.
Wie schon 2007 bei Ionescos 'Rinozerössern', half Regisseur Joe Knipp allen Akteuren mit professionellem Auge bei den Proben, in der Praxis. Wie wird auf einer Bühne gestanden, gegangen, gespielt? Haltung, Ausdruck, Rhythmus standen im Mittelpunkt der Übungen. Premiere war am 21. März. Wie auch der Ionesco ist das Stück zu den Schultheaterwochen eingeladen worden. Herzlichen Glückwunsch. Es war eine schöne Arbeit.
Foto oben: eine Probe im Zeichensaal.
Fotos unten: Die Premiere



Das TAS und die Arbeit an der Schule, für die Schule.

Seit vielen Jahren ermöglichen wir systematisch die Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit dem Medium Theater, auch und vor allem unmittelbar in den Schulen. Es geht um das Aufsprengen alter Muster und das Öffnen neuer Erfahrungswelten. Endlich hat auch die Politik verstanden, dass Bildung mehr sein kann, als 45 Minuten pauken. Natürlich ist klar, nachdem die Krise ausgerufen ist, wird Geld für Bildung und Kultur wieder einmal hinten an gestellt. Aber: Vor allem im Augenblick brauchen Kinder Angebote wie diese, um Halt zu finden, Entdeckungen machen zu können, Stärke und Fantasie zu entwickeln. Erfahrungen mit der Praxis des Theaters, Erfahrungen des Schauens und Spielens bedeuten Glück. Es ist höchste Zeit, Begegnungen mit den Künstlerinnen und Künstler selbst herzustellen. Als Akteure und Vermittler stehen sie für eine Welt, die um so mehr an Faszination gewinnt, je mehr sie verstanden und je mehr sie selbstverständlich wird. Alle unsere "Theater und Schule"- Projekte sind daher ein 'Begreifen' im wahrsten Sinne, eine sinnliche Schule, die Kinder und Jugendliche im Spiel ausprobieren lässt, wie es sich anfühlt, eine Figur zu erfinden, ein Anderer zu werden, Selbstbewusstsein, eine neue Haltung zu sich und anderen zu finden. Im Zentrum stehen die Kinder und Jugendlichen selbst, ihre Neugier, ihr Blick, ihre Sprache, ihr Spiel, ihre Wünsche.


Kurse für das HBZ: Wir spielen Theater

Spielgefühl entdecken. Aus der Primarstufe werden mit Kindern des "Hoch-Begabten-Zentrums für das Rheinland" die ersten Schritte gemacht von Wahrnehmungsübungen über das Spielen eines Baumes im Sturm bis zu einer selbstentwickelten Szenenfolge, um schließlich das Ergebnis im 'richtigen' Theater präsentieren zu können.

Die Arbeit ist nie abstrakt, sie baut auf die Menschen, die spielen wollen. Also die Kinder. Zu Beginn des Kurses zeigte sich, wie klar die Kinder artikulieren, wie gerne sie herausgefordert werden wollen und - wie wild sie auf 'spielen' sind.


19.04.2008

Kulturnacht in Overath: Thema Brecht

"Eine voll besetzte Aula zeigte, dass die 'Marke Brecht' ungebundene Zugkraft besitzt und die Literaturnacht des Kulturforums Overath sich zum 'Markenartikel' entwickelt hat. (...)

Als Beispiel für die Theaterarbeit Brechts wurden Filmsequenzen aus einer Aufführung des 'Kaukasischen Kreidekreises' mit der berühmten Szene gezeigt, in der es die Ziehmutter nicht vermag, das Kind aus dem Kreidekreis zu ziehen, während die leibliche Mutter, die ihr Kind verlassen hatte, herzlos an ihm zerrt. Verbindende Worte zwischen den einzelnen Szenen und darüber hinausgehende Erläuterungen wurden mit hoher Sachkompetenz und didaktischem Geschick von Joe Knipp beigesteuert, der auf seine Erfahrungen als Leiter des Theaters am Sachsenring Köln zurückgreifen konnte.

(...) Als letzten Höhepunkt erlebten die Zuschauer eine Podiumsdiskussion unter der souveränen Leitung von Sigrid Löffler, die sachkompetent eigene Beiträge beisteuerte, mit den weiteren Teilnehmern Dr. Thomas Maier, Joe Knipp und Georg Fischer. Erwartungsgemäß konzentrierte sich das Gespräch auf das Thema 'Brecht heute'. Wie aktuell oder museal ist sein 'episches Theater' heute?" (hf)


30.11.2007

Könnte der Tisch ein bißchen näher?

Szenen in einem italienischen Restaurant

Schlussvorstellung des Theaterkurses
des Hoch-
Begabten-Zentrums Brühl (HBZ)

Zum zweiten Mal zeigten die Kinder des Theaterkurses des HBZ eine selbstentwickelte Szenenfolge. Nur wenige Minuten lang, aber auch diesmal mit Musik und Schwung. Am 21. Dezember auf der Bühne des Theaters am Sachsenring. Genauigkeit, Präsenz und Spiellust waren sichtbar und spürbar. Ein schöner Abschluss.

Sebastian hat die Musik geschrieben. Mara und Tabea spielen mit Lea (nicht im Bild).


17.11.2007

Vortrag im Schmittmann-Kolleg.

Semesterthema: "Theater"

Ein Vortrag von den Ursprüngen des Theaters bis zur Gefährdung des Mediums Theater durch den Sog der multi-mediale Gesellschaft. Vom kultischen Ritual zum Spiel. Von der Darstellung eines sich erfüllenden Schicksals zur Spielhandlung mit individuellen Charakteren. Von Figuren, die ihre eigenen Konflikte ausspielen und der Bedeutung von Konflikten für das moderne Theater.
Über die konkrete Arbeit im Theater am Sachsenring. Von der Wiederentdeckung des psychologischen Erzählens ("Das Fest", "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?"), über den Psycho-Wahn ("verwanzt"), bis zur Tragikomödie einer gescheiterten Beziehung ("Liebe, Sex und Therapie"). Die Arbeit an einem lustvollen Theater, das dem Publikum zugewandt ist und statt einer permanenten Skandalisierung auf die Kraft von Sprache und Schauspielkunst setzt. Theater als humanistische Aufgabe.


02. 11. 2007:

Bambini Akademie - Theater mit den Kleinsten!

Elite von übermorgen rettet

Gummibärchen

VON ULI KREIKEBAUM, Kölner Stadt-Anzeiger

Wesseling - Dass Luft nicht nichts ist, sondern ein Meer unsichtbarer Teilchen, lernen Max (5), Moritz (5), Benjamin (4) und Co., indem sie Gummibärchen vorm Ertrinken retten. Die Gelatinetierchen schwimmen auf Teelichtern in einem Bottich. Als die Kinder ein Glas senkrecht über das Teelicht halten, das Glas auf den Grund drücken und vorsichtig wieder hochziehen, bleiben (die meisten) Gummibärchen trocken. Luft ist leichter als Wasser, daher läuft sie nicht nach unten aus. „Wir haben die Luft einfach eingefangen“, sagt Jerome-Leander (5). (...)

Während seine Nachwuchsforscher draußen aus Filmdöschen Raketen basteln, verwandeln sich die Kinder des Theaterregisseurs Joe Knipp in Tiere und Bäume. „Die Kinder sollen lernen, was sie mit ihrer Stimme und ihrem Körper machen können“, sagt Knipp. Wer früh lerne, welche Möglichkeiten in ihm stecken, dem eröffneten sich wunderbare Welten. „In Sachen früher Förderung haben wir jahrzehntelang geschlafen“, sagt Knipp.

Früh üben sich die 23 Kinder der Bambini-Akademie, die von der Hochbegabten-Stiftung der Kreissparkasse Köln initiiert worden ist, auch in Chinesisch. (...) Chinesisch sei nach Englisch bald die meistgenutzte Sprache, sagt Lam Lam. Für Kinder sei Chinesisch entgegen der landläufigen Meinung recht einfach zu lernen. Die chinesischen Piktogramme zu zeichnen mache den Kindern „einfach Spaß“.


15. 06. 2007

HBZ: Abschluss des ersten Theaterkurses

In der Aula des Max-Ernst-Gymnasiums in Brühl wurde am 15. Juni 2007 zum Abschluss eine kleine Szene gezeigt:


Eine typische Aula, hohes Bühnenpodest, schlechte Akustik, Unruhe und Zeitverzug. Kriechende, hüpfende, geduldige und neugierige Kinder im Publikum. Die Kurs-Kinder sind hochkonzentriert: "Wir spielen Theater". Die erste Szene ist aus einer Improvisation entstanden: Charlotte spielt eine nervöse Mutter, Lea den Vater, der seine Ruhe will, Mara eine Katze, die ständig auf den Tisch klettert, Felix den Hund, der die Katze jagt. Die Kinder machen das sehr gut, mit Präsenz, Präzision und "Timing". Und mit Leidenschaft. Max führt durch die Geschichte, stellt alle vor und wechselt auch selbst die Rolle, Sebastian hat speziell für die Szenenstimmung und für die Figuren Musik geschrieben, die er auch selbst am Klavier spielt. Charlotte ist die Autorin der zweiten Szene: "Die Neue", sie zeigt die spontane Ausgrenzung einer neuen Schülerin durch die Klasse. Tabea spielt ein freches Kind und Sonja die einfühlsame Lehrerin. Lea gibt diesmal die schüchterne Neue, "Nina Maus". Der Spielauschnitt endet mit den Worten: "Wir sehen, nicht jede Szene hat ein Happy-End".


Projekttage,

wie in der Klasse 7 des Irmgardis-Gymnasiums, oder in der 9 des Königin-Luise-Schule, Projekttage können sehr komprimiert einen Ausflug in die Welt des Theaters ermöglichen, erste Anstöße geben und gewohnte Muster des Schulalltags ein wenig aushebeln.
Im Zentrum stehen Übungen, die Wahrnehmung und Aufmerksamkeit schulen sollen, als Grundlage für eine szenische Arbeit. Wahrnehmung ist der Schlüssel für Eigen- und Fremdbild und daraus folgt die Aufmerksamkeit für ein gemeinsames Spiel.
In diesem Fall war das Thema: Lehrer und Schüler, Stärke und Schwäche - und ihre Umkehrung.


2006/ 2007:

Beratung zur Schul-Inszenierung

"Die Nashörner" von Ionesco, mit Schülerinnen und Schülern aus der Mittelstufe und Oberstufe des Thusnelda-Gymnasiums unter der Leitung von Veronika Ferger in französischer Sprache.

Die Inszenierung wurde eigeladen zum Schultheatertreffen 2007 in die

Schlosserei Schauspiel Köln.


Presse:

Wenn Menschen zu Rhinozerossen werden

Schüler führten Ionescos "Nashörner" auf - Warnung vor Fanatismus in jeder Form

von Karine Waldschmidt (KRundschau)

(...) Bérenger wankt, doch er entschließt sich, ein Mensch zu bleiben: "Je ne capitule pas" - "Ich kapituliere nicht".

Ionesco schrieb das Stück vor dem Hintergrund der aufgeheizten patriotischen Stimmung während des Algerienkrieges. Wegen seiner politischen Brisanz wurde es 1959 nicht in Paris, sondern in Düsseldorf uraufgeführt.

In Deutschland interpretierte man es sogleich als Analyse der NS-Diktatur. Ionesco dagegen wollte das Stück als Warnung vor Fanatismus ganz allgemein verstanden wissen. So fasst es auch der Darsteller des Bérenger, Pepe Strathoff, auf: "Ich sehe das Stück eher psychologisch. Simple Modeerscheinungen sind auch eine Art Fanatismus, dem man sich nur schwer widersetzen kann."

Die Schülertruppe agierte unter der Regie von Veronika Ferger engagiert und mit Verve. Vor allem Michael Röhrig, der den schwierigen Part hatte, sich auf offener Bühne in ein veritables Nashorn zu verwandeln, überzeugte mit temperamentvollem und sogleich sublimen Spiel.

Man spürte die professionelle Anleitung: Joe Knipp vom Theater am Sachsenring hatte den Laienschauspielern Unterricht erteilt, Ferger das effektvolle Bühnenbild entworfen: Außer in der Szene, als Jean mit einem Tierkopf aus Pappmaché auf die Bühne trat, tauchten die Nashörner nur als gespenstische Schattenrisse auf. "Für die Schüler ist das Theaterspielen eine gute Sprachübung", beobachtet die Lehrerin. "Ich bestehe darauf, dass sie sich mit dem Originaltext auseinandersetzen und keinen einzigen Satz sagen, den sie nicht wirklich verstanden haben - man hört sofort, wenn jemand etwas sagt, das er nicht versteht."

Presse:

Mehr als ein Lustspiel

Schüler präsentierten mit Ionescus "Rhinocéros" eine politische Parabel

Mit dem absurden französischen Theaterstück zeigten Gymnasiasten was passiert, wenn Ideologie eine Gesellschaft unterwandert.

VON JOHANNA HECKELEY

Deutz - Ein Massenwahn breitet sich aus: Unaufhaltsam verwandeln sich die Bewohner der kleinen Stadt nach und nach in behäbige Nashörner. Zunächst zeigen sie Symptome einer normalen Grippe, dann allerdings verändert sich ihr Aussehen: Sie bekommen lederne Haut und ein Horn auf der Stirn, bis sie schließlich ungestüm durch die Straßen trampeln. Die Anzahl der verbleibenden Menschen verringert sich so sehr, dass sie zu einer Minderheit unter "Rhinozeriden" werden und sich letztendlich aus Angst, nicht dazuzugehören, auch der grauen Herde anschließen wollen.

"Rhinocéros" nannte Eugène Ionesco sein Theaterstück, in dem er versinnbildlicht, wie es sich auf eine Gruppe Menschen auswirkt, wenn sie allmählich einer Ideologie verfällt. Diese "Rhinozeritis" brachte die "groupe de théâtre" im Gymnasium an der Thusneldastraße zusammen mit dem Gymnasium Schauertestraße auf die Bühne: Unter der Leitung der Kunst- und Französischlehrerin Veronika Ferger führten die Schülerinnen und Schüler der Stufen acht, neun, zwölf und 13 das Stück aus der Sparte absurdes Theater auf. Dabei stellten sie nicht nur ihr schauspielerisches Können unter Beweis, sondern auch ihre Französischkenntnisse: "Natürlich wäre das Stück in Deutsch attraktiver für das Publikum. Aber die Schüler machen durch das Schauspiel extreme Fortschritte in Französisch", erläutert Ferger. Doch absurdes Theater ist mehr als nur ein Lustspiel. "Es ist eine politische Parabel auf die Unterwanderung der Gesellschaft durch eine Ideologie. Damit ist sie sowohl allgemeingültig als auch aktuell." Dass diese Thematik die schauspielernden Schüler nachhaltig gedanklich beschäftigt, konnte Veronika Ferger bereits bei den Proben beobachten: "Das Stück führte zu vielen Diskussionen im Sprachkurs. Zum Teil entwickelte sich das Nachdenken über eine bestimmte Handlung einer Rolle erst so richtig in den Proben." Professionelle Unterstützung bei der schauspielerischen Umsetzung erfuhr die "groupe de théâtre" durch Regisseur Joe Knipp. "Das war fantastisch: Herr Knipp hat die Schüler in die Geheimnisse des Schauspiels eingeführt und ihnen zum Beispiel ein Gespür dafür gegeben, dass auch der, der nichts sagt, schauspielert", beschreibt Ferger die Zusammenarbeit.

Pepe Strathoff spielt die Rolle des Bérenger, den einzigen Menschen in "Rhinocéros", der sich bis zum Schluss der allgemeinen "Rhinozeritis" widersetzt. "Was macht Bérenger immun? Ist er ein Held, hat er zu viel Alkohol im Blut oder wird er einfach aus Zufall nicht zum Rhinozeros? Diese Fragen habe ich mir immer wieder gestellt, ohne letztlich eine Antwort zu bekommen", beschreibt der Französisch-Leistungskursschüler seine Auseinandersetzung mit dem Theaterstück. Trotzdem konnte er einiges für sich mitnehmen: "Dieser Prozess des Entdeckens und des Hineinfallenlassens in die Rolle war für mich sehr interessant." "Absurde Momente" erlebte Michael Röhrig, der im Stück Jean, einen Freund von Bérenger mimt, durch die Theaterproben: "Wer kann schon von sich behaupten, das Schulgebäude regelmäßig nach null Uhr zu verlassen?"

Besucherinnen Alexia (17) und Thekla (18) resümieren nach der Aufführung: "Uns gefällt das Stück und besonders die Umsetzung." Mit dem Verständnis hatten die Gymnasiastinnen aus Bonn keine Probleme: "Wir lesen das Stück im Moment in unserem Französisch-LK."

Probenfotos "Rhinocéros" im Thusnelda-Gymnasium Köln-Deutz

2005

Die andere Sprache, der andere Blick:

"Dinner for One"

Mit Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe des Lessing-Gymnasiums, nach einer Idee von Patricia Wolf, wird das Projekt "Dinner for One" in lateinischer Sprache unter Leitung von Joe Knipp auf die Bühne gebracht.

Presse:

Aus Miss Sophie wird die Sophia domina

VON OLIVER GÖRTZ,
12.07.05

Schüler des Lessing-Gymnasiums arrangierten „Dinner for one“ komplett um - und spielten den Klassiker auf Latein.

Wenn am frühen Sylvesterabend regelmäßig einige Millionen Menschen in mehr als 20 Ländern vor dem Fernseher sitzen, um einen Zwei-Personen-Sketsch aus dem Jahr 1963 zu sehen, dann muss diese Sendung schon etwas ganz besonderes sein. Zwischen Grönland und Südafrika ist „Dinner for one, oder der 90. Geburtstag“ Kult am letzten Tag des Jahres. Die Lateinklasse 8D des Lessing-Gymnasiums hat sich der Geschichte um die schrullige Miss Sophie und ihrem beständig betrunkener werdenden Butler James angenommen. Jedoch haben die Schüler das Stück, mit Hilfe des Theaters am Sachsenring, mächtig umarrangiert. Statt die Geschichte einfach nachzuspielen, haben sie dargeboten, wie das Casting zum Sketsch heute aussehen könnte. Vor allem aber haben sie eines geändert: Gespielt wurde in lateinischer Sprache.

Allerhand skurrile Bewerber-Gestalten brachten die Schüler auf die Bühne. „Salve, Sophia domina“, grüßte da etwa mit Rasta-Perücke ein buntgekleideter Anwärter auf die Rolle des Butlers seine „Herrin.“ Später probierten sich zwei Zicken an dem Stück. Doch nachdem das Handy der einen klingelte, hatte die Jury genug und bestellte die nächsten Kandidaten ein. Das war ein schwules Pärchen, wobei Diener James kaum geschmeidiger über den Tigerkopf-Teppich hätte stolpern können. „Ac singulis annis“ - so übersetzten die Schüler den legendären Satz „the same procedure as every year“, den Miss Sophie gebetsmühlenartig dem überforderten Butler entgegnete.

Die nächsten Bewerber waren zwei Business-Damen, die allerdings vor allem damit beschäftigt waren, ihre persönlichen Animositäten auszutragen. Schließlich flegelte sich auch noch ein Punk-Pärchen um den fein gedeckten Tisch und versuchte sein Glück bei dem gespielten Casting.

„Die Schüler haben eine unglaubliche kreative Energie“, war Joe Knipp, Leiter des Theaters am Sachsenring, der die Regie bei dem Projekt übernommen hatte, begeistert. Dieser Energie ließ der Theater-Profi auch freien Lauf. So haben sich die Jugendlichen die Rahmenhandlung des Castings und die dargestellten Figuren selbst ausgedacht. Latein-Lehrerin Patricia Wolf, die den Kontakt zu Knipp hergestellt hatte, leistete bei den Texten Hilfestellung. „Das Projekt verfolgt den Gedanken, dass das Lernen eine ganzheitliche Erfahrung ist“, so die Pädagogin. Schauspielern sei ein kreativer Prozess, durch den sich den Schülern neue persönliche Blickfelder eröffneten. „Sie haben auch einen großen Sprung in ihrer Präsenz gemacht“, lobte Knipp das Selbstbewusstsein der Schüler.

(KStA)


Schauen:

1987-2009: Regelmäßig haben Stücke wie "Das Fest", "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", "Verwanzt", "Mann ist Mann" oder "Lieblingsmenschen" Schülerinnen und Schüler zu Gast gehabt. Theaterleiter Joe Knipp stellt sich hier den Fragen und erklärt die Entstehung eines Theaterstückes, einer Inszenierung und den Sinn des Theaters zwischen Computerspielen und Videoclips. Verabreden Sie also einfach einen Besuch im Theater.


Lernen:

2004 und 2005 leitete Joe Knipp Kurse für Spielleiterinnen und Spielleiter zum Thema "Von der Sprache zum Spiel"

Dieses Angebot wird von der Jungen Theatergemeinde Köln in das Programm "Schule und Theater" auch für 2007/ 2008 aufgenommen und ist selbstverstänlich auch über das Theater am Sachsenring zu buchen.


Spielen:

2003: Mit dem Kurs TP2 des Theaterpädagogischen Zentrums Köln erarbeitete und inszenierte Joe Knipp über ein halbes Jahr lang im Regiekurs eine Szenenfolge absurden Theaters unter dem Titel einer Szene des russischen Autors Daniil Charms:

"Geben Sie mir, wenn Sie haben"

TP2: "Geben Sie mir, wenn Sie haben"