DRACULA

DRACULA ist im Theater angekommen

von Bram Stoker 

Inszenierung: Joe Knipp; Produktion: TAS; Bühnenfassung und Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Mitarbeit: Angelika Steffentorweihen, Wolfgang Wehlau; Assistenz: Grace Müller, Ora Katz - mit Felix von Frantzius, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen, Julian Baboi, Marie Hiller.

Blut. Düsternis. Großes Schloss auf kleiner Bühne. Der größte Vampir aller Zeiten ist im Theater angekommen.

Die Uraufführung war ein großer Erfolg. Schon in der Nacht gab es die erste Schnellkritik. M. Bischoff schreibt unter ein Foto des Theatereingangs: "Dahinter lauert Dracula! Das Theater am Sachsenring überzeugt mit einer grandiosen Bühnenfassung des Gruselromans. Großer Premierenapplaus - und Schauer pur. .."

Jasmin Klein schreibt in meinesuedstadt über das Erlebnis Theater: "...die vier Schauspieler, die beiden jungen Frauen und beiden jungen Männer, spielen gut... echt, unprätenziös und wahrhaftig... Mit großer Spielfreude tragen sie das Stück und machen es kurzweilig und lebendig. Und das Stück ist nicht nur gruselig und unheimlich. Es steckt voller großartiger Ideen..."

Der Kölner Stadt-Anzeiger sieht: "Wahnsinn und Sinnlichkeit" - und die Kölnische Rundschau schreibt: "Die Inszenierung von TaS-Chef Joe Knipp ... spielt virtuos mit der Imagination und tiefenpsychologischer Symbolik seelischer Abgründe. Da geht es um Wahn und Wirklichkeit, Eros und Thanatos, Faust und Mephisto und den Kampf mit den eigenen Dämonen. Ein paar mobile Rahmen und eine kluge Lichtregie (Bühne: Hannelore Honnen) genügen, um die klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, in der sich die vier großartigen Akteure (alle in mehreren Rollen) bewegen. "

Der Inhalt:

Es beginnt, wie immer, ganz harmlos. Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist auf Wunsch des Grafen Dracula nach Siebenbürgen, um in London für ihn den Kauf eines Hauses und die Überfahrt dorthin zu regeln. Harker bemerkt nach ein paar Tagen, dass der Graf kein Spiegelbild hat und beim Anblick von Blut seltsam reagiert. Seine Erscheinung prägen lange, spitze Zähne, blutunterlaufene Augen, auffällig weiße Haut und sehr rote Lippen.

Harker wird von Albträumen geplagt, sieht Schatten und hat Todesangst. Er entdeckt eine Gruft im Schloss, in der Dracula tagsüber in einer mit Erde gefüllten Kiste liegt. Diese und andere Kisten werden für die Überfahrt auf ein Schiff transportiert. Im Augenblick der Landung im Hafen springt ein großer schwarzer Hund an Land und verschwindet in den Gassen der Stadt.

Kurz danach bemerkt Harkers Verlobte 'Mina' zwei punktförmige Male am Hals ihrer Freundin Lucy. Die Ereignisse überschlagen sich. Der holländische Gelehrte Professor van Helsing weiß nun, dass er es mit einem Vampir zu tun hat. Er will den Vampir besiegen. Mina soll versteckt werden, aber Graf Dracula findet sie. Kann sie noch gerettet werden?

Dieses große Stück haben Sie mit Ihren Spenden und der Unterstützung unserer Kampagne DRACULA BRAUCHT BLUT! erst ermöglicht. Danke Dafür! Weitere Spenden sind willkommen. Unsere Spendenseite.

Uraufführung: 7. Mai 2015 - weitere Vorstellungen hier

Fotos: Barbara Siewer

DRACULA - Die Rundschau schreibt: Das TaS "spielt virtuos mit der Imagination"

Eher düster schwarz als blutrot (Foto: Siewer)

Ohne die handelsüblichen Effekte 

Bram Stokers „Dracula": Theater am Sachsenring setzt auf die Vorstellungskraft 

VON BARBRO SCHUCHARDT 

117 Jahre hat Bram Stokers „Dracula" auf dem Buckel. Eigentlich kein Alter für einen Vampir, der sich seine Unsterblichkeit durch frisches Blut sichert. Solches injizierte ihm jetzt Sabine Dissel, die für das Theater am Sachsenring eine bühnenwirksame Neubearbeitung schuf.

Der irische Journalist und Theatermann Bram Stoker (1847-1912) bediente 1897 mit seinem Briefroman die Vorliebe seiner Zeitgenossen für romantische Gruselgeschichten. Wobei Freudsche Theorien und die gerade in Mode kommende Hypnose gewiss schon grüßen ließen.

In der nur durch Crowdfunding ermöglichte Uraufführung im TaS gibt es keine spitzen Eckzähne, keinen Sarg und keinen Tropfen „Blut".

Die Inszenierung von TaS-Chef Joe Knipp verzichtet auf die handelsüblichen Effekte und spielt virtuos mit der Imagination und tiefenpsychologischer Symbolik seelischer Abgründe. Da geht es um Wahn und Wirklichkeit, Eros und Thanatos, Faust und Mephisto und den Kampf mit den eigenen Dämonen. Ein paar mobile Rahmen und eine kluge Lichtregie (Bühne: Hannelore Honnen) genügen, um die klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, in der sich die vier großartigen Akteure (alle in mehreren Rollen) bewegen. 

Durch den ständigen, mitunter etwas verwirrenden Wechsel der Identitäten und Schauplätze entstehen scharf geschnittene, alptraumartige Szenen, die das Lachen gefrieren lassen. Als Graf Dracula (Felix von Frantzius) von Transsylvanien nach London zieht, nimmt das Unheil seinen Lauf. Die somnambule Lucy (Signe Zurmühlen; sie alterniert mit Marie Hiller) hat plötzlich zwei punktförmige Male am Hals. Können ihre Freundin Mina (Jennifer Tilesi Silke) und die Ärzte van Helsing (Julian Babol, grandios auch als Psychiatrie-Patient Renfield) und Sewart (ebenfalls Felix von Frantzius) sie retten? Oder bleibt sie wie Dracula zur Unsterblichkeit verdammt? Das eindrucksvolle letzte Bild legt nahe, dass es auch 2015 keine Therapie gibt, um das Böse aus der Welt zu schaffen ... 

2 1/4 Std. (mit Pause). Karten-Tel. 0221/315015 
Eher düster schwarz als blutrot: die psychologische „Dracula"- Interpretation von Regisseur Joe Knipp. (Foto: Siewer) 

Signe Zurmühlen als Jonathan Harker und Felix von Frantzius als Dracula (Foto: Barbara Siewer)