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Tür auf, Tür zu

von Ingrid Lausund

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; mit Bettina Scholmann, NN, NN.

Eine leibhaftige, sprechende Tür, eine Frau, die nur mal ganz kurz draußen war, und ein Chor, der aus Spargründen auf eine Person reduziert wurde – das ist das Personal des Stückes "Tür auf, Tür zu" von Ingrid Lausund.

Verlag: Suhrkamp; Foto: Max Zerrahn

Ein Stück, in dem sich das Komische und Abgründige verbinden, wie in den vielen anderen phantastischen Stücken aus ihrer Feder.

Erst im Dezember 2015 wurde bekannt, das sie unter dem Pseudonym 'Mizzi Meyer' die Drehbücher zur Fernsehserie "Der Tatortreiniger" geschrieben hatte. Dafür wurde sie mit dem Grimme-Preis 2012 und 2013 ausgezeichnet. Mit Bjarne Mädel, dem Hauptdarsteller der Serie, hatte sie bereits zuvor am Hamburger Schauspielhaus zusammengearbeitet.

Für Anneliz lief alles gut. Doch von einem Moment zum andern ist die Tür, durch die sie täglich ein und aus ging, für sie verschlossen. Auf der Suche nach einer Erklärung beginnt für sie eine emotionale Achterbahnfahrt aus Panik, Wut und Selbstzweifel. Mit dieser Frau, einer sprechenden Tür und einem Chor, dem aufgrund von Sparmaßnahmen gekündigt wurde und der durch eine 400-Euro- Aushilfskraft ersetzt werden musste, erzählt Ingrid Lausund ein Drama vom Drinsein, Draußensein, Dabeisein-Wollen. Ein kafkaeskes Szenario und eine musikalische und zugleich brüchige, von Fragmenten und aberwitzigen Ritu- alen durchzogene Sprache erzählen von der Willkür des Ausgeschlossenseins.