Theater am Sachsenring > Profil > In der Spielzeit 2018/19

Spielplan

Püdel Tam Tam

SPIELPLAN DES THEATERS AM SACHSENRING - SCHAUBÜHNE KÖLN

2018/2019 – Die 32. Spielzeit

Terminübersicht:

 Spielzeiteröffnung 13. September

 13./14./15. September - PEER GYNT

 20./21./22. September - 100 JAHRE DADA

 

PREMIEREN:

Premiere November 2018:

PÜDEL TAM TAM

von Joe Knipp und Albrecht Zummach

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Anna Möbus, Nina Ruhz, Clemens Dreyer, NN.

PÜDEL TAM TAM – pures Peng Peng, ein wahn-witziges Stück für Püdel, Türen, Räume und ein großes Tam Tam, durch welches Raum und Zeit verzerrt werden, ein Stück, das die natürlichen Züge poetischen Irrsinns trägt.

Aus der bewährten Feder von Joe Knipp in Bühne und Kostümen von Hannelore Honnen. In der Produktion PÜDEL TAM TAM findet einmal mehr die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dem Musiker Albrecht Zummach statt. Bereits 2017 hat diese Zusammenarbeit zur erfolgreichen Produktion DIE KÄFER geführt.
PÜDEL wird ein aufsehenerregender Abend. Ein Abend für alle Sinne... von dichter Dichtung bis zum guten Gong.


Premiere: Februar 2019

TÜR AUF, TÜR ZU

von Ingrid Lausund

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Bettina Scholmann, NN, NN.

Eine leibhaftige, sprechende Tür, eine Frau, die nur mal ganz kurz draußen war, und ein Chor, der aus Spargründen auf eine Person reduziert wurde – das ist das Personal des neuen Stückes "Tür auf, Tür zu" von Ingrid Lausund. Ein Drama über das Drinsein, Draußensein, Dabeiseinwollen, ein komisches und hintergründiges Spiel über die Mechanik sozialer Ausschlussmechanismen.

Premiere Mai 2019

DIE ZAUBERFLÖTE

Emanuel Schikaneder

Bühnenfassung und Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Tamino und Pamina, die Königin der Nacht, Papageno - sofort erklingt im Kopf die Musik von Mozart. Wie sieht die Geschichte aus, wenn sie, von der Musik entkleidet, als phantastische Geschichte, von Schauspielern auf dem Theater gespielt wird, nackt, durchsichtig, nur durch die Sprache zum klingen gebracht.

Die Zauberflöte - ohne Mozart – Die Mystik, das Märchen – basierend auf ‚Dschinnistan‘ (auserlesene Feen- und Geistermärchen von Christoph Martin Wieland). Danach schrieb Schikaneder das Libretto der Zauberflöte.
Die Berge teilen sich und das Theater verwandelt sich in ein prächtiges Gemach. Die Königin der Nacht sitzt auf einem Thron, der mit Sternen verziert ist. DIE ZAUBERFLÖTE erzählt vom Leben, vom großen Theater, von Täuschung, Prüfung. Welche Rolle spielt die Freimaurerloge, welche Rolle spielen die Frauen?Durch das Spiel mit der Dichtung, soll hier eine schärfere Zeichnung sichtbar werden. Werte, Rituale, Humanismus. Es ragt in unsere Zeit. Aus der Zauberoper wird ein Phantasie-Theater.

TERMINE

 

Repertoire

DIE KÄFER

von Joe Knipp und Albrecht Zummach

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Choreografie: Heike Huhmann; Assistenz: Sharon Edelstein

Mit Heike Huhmann, Charlotte Welling, Anna Möbus, Clemens Dreyer

Die Apokalypse hat ihr Werk getan. Es bleiben - die Insekten. Drei KÄFER treffen sich. Ihre größten Feinde, die MENSCHEN, sind verschwunden. Grund zunächst zur Schadenfreude. Die DREI kommen auf die spaßige Idee, den Gefühlsalltag ihrer einstigen Peiniger nachzuspielen. Dabei geraten sie immer tiefer in den Sog von Liebe, Sex und Melancholie. Die Folge: Dramen und Aufwallungen, Streitigkeiten und Orgien. 

Alida Pisu schreibt: "'Die Käfer' muss man sehen! Weil sie eben doch eine Vision zeigen und in den Texten und Liedern eine unglaubliche Kraft steckt, die die Hoffnung auf ein Morgen für die Menschen in sich trägt. Drei großartige Darstellerinnen, ein sensibel begleitender Musiker und eine beeindruckende Inszenierung, die man so schnell nicht vergessen wird."

 

WA im Dezember 2018

DIE MÖWE

Anton Tschechow

Bühnenfassung und Inszenierung: Joe Knipp; Dramaturgie: Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Anna Möbus, Richard Hucke, Jennifer Tilesi Silke, Nina Ruhz, Paul Behrens

Sommer. Müßiggang. Ein Landsitz. Die Gespräche drehen sich um Theater, Kunst, Geld, das an sich, Eitelkeiten und den eigenen Ruhm.

Konstantin Gavrilovitsch Treplev, der Schriftsteller werden möchte, hat ein kleines Theaterstück geschrieben, welches am Abend den Gästen vorgespielt werden soll. Die Hauptrolle spielt Nina, die er liebt. Doch statt der Aufführung zu folgen machen sich die Gäste - vorneweg seine Mutter Arkadina, die selber Schauspielerin ist - über Treplevs Stück lustig bis er es abbricht.

Nina beschließt Treplev den Rücken zu kehren und sich Trigorin zuzuwenden, ein berühmter Schriftsteller, den sie bei Arkadina kennengelernt hat und dem sie schließlich nach Moskau folgt in der Hoffnung, eine erfolgreiche Schauspielerin zu werden. Treplev schenkt ihr zum Abschied eine Möwe, die er selbst geschossen hat...

TERMINE

 

Glaubst du noch, oder lebst du schon?

DIE BEFRISTETEN

von Elias Canetti; Inszenierung: Joe Knipp; Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Aufführungsrechte: beim S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt/Main

Mit Anna Möbus, Julian Baboi, Heike Huhmann

Der Mensch kennt sein Sterbedatum. Somit kann er sich seine Lebenszeit sinnvoll einteilen. Erst diese Sicherheit gibt echte Freiheit. So sagt der 'Kontrakt'. Aber selbst in dieser schönen Zukunftswelt, in der es keinen plötzlichen Tod und keine Kriege mehr gibt, versuchen Zweifler, den Glauben an die neue Ordnung zu zerstören. Ein Mann namens Fünfzig (die Namen entsprechen dem Sterbealter) weigert sich und löst eine Revolution aus, die zum Ziel hat, zur gegenwärtigen Welt, also zur Ungewissheit des Todestages zurückzukehren. Ein gefährlicher Weg.

"...die stringente, emotionsstarke Inszenierung des Hausherrn Joe Knipp nimmt sehr gefangen, die drei Darsteller (Heike Huhmann, Anna Möbus, Julian Baboi) gehen auf der von Hannelore Honnen symbolhaft ausgestatteten Bühne immer wieder bis zum Äußersten. Eine starke Aufführung..." (C. Zimmermann, theater pur)

TERMINE

 

Der Dauerbrenner:

DER GOTT DES GEMETZELS

von Yasmina Reza; Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

mit Bettina Scholmann, Doris Lehner, Julian Baboi, Richard Hucke

Der elfjährige Ferdinand hat den gleichaltrigen Bruno in der Schule mit einem Stock verprügelt. Die Eltern der beiden sind zusammengekommen, um eine friedliche Übereinkunft zu erreichen. Doch die Diskussion wird ständig durch Alain unterbrochen, der berufliche Anrufe auf sein Handy erhält und lautstark versucht, einen Pharmazie-Skandal seines Unternehmens in den Griff zu bekommen.

"Ein Festschmaus für Augen und Ohren... Hingehen, genießen und lauthals lachen, weil die Schlacht so schön ist! Und das überzeugende Ensemble mit Applaus überschütten, er ist verdient!" - (Alida Pisu)

TERMINE

 

seit 5 Jahren im Repertoire:

PEER GYNT

von Henrik Ibsen; Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen;

mit Richard Hucke; Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen

Ein Mann bricht auf. Er will Kaiser der Welt werden. Er wird Kaiser der Selbstsucht.Die Welt ist aus den Fugen. Für den Mann, nach der Reise durch vielfache Identitäten, bleiben Schalen ohne Kern - sein Leben entblättert sich Schicht um Schicht, wie die Schalen einer Zwiebel.

Alles ist Schein, alles ist Leben, alles ist Phantasie, alles ist Theater.“ (A. Kohl)

TERMINE

 

GIBT'S EIN LEBEN ÜBER 40?

Komödie von Thomas Reis; Dramaturgie und Inszenierung Joe Knipp;

mit Felix von Frantzius, Felix Höfner, Signe Zurmühlen

Die Gäste kommen pünktlich, bis zehn liegen die Themen noch oberhalb der Gürtellinie, dann sinkt das Interesse, es geht nur noch um Sex, es wird ohnehin viel von früher geredet. Eine Groteske über die heitere Vergeblichkeit des Strebens.

Unter der Regie von Joe Knipp entstand mit drei formidablen Schauspielern ein spritziges Dialogstück, bei dem sich die Pointen nur so überschlagen.“ (KRundschau)

TERMINE

 

Schauer pur:

DRACULA

Bram Stoker; Bühnenfassung: Dr. Sabine Dissel

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Mitarbeit: Angelika Steffentorweihen, Wolfgang Wehlau;

mit Felix von Frantzius, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen, Julian Baboi, Marie Hiller.

"Das Theater am Sachsenring überzeugt mit einer grandiosen Bühnenfassung des Gruselromans. Großer Premierenapplaus - und Schauer pur. .." (M. Bischoff)Jasmin Klein schreibt in meinesuedstadt: "...die vier Schauspieler, die beiden jungen Frauen und beiden jungen Männer, spielen gut... echt, unprätenziös und wahrhaftig... Das Stück ist nicht nur gruselig und unheimlich. Es steckt voller großartiger Ideen..."Der Kölner Stadt-Anzeiger sieht: "Wahnsinn und Sinnlichkeit" - und die Kölnische Rundschau schreibt: "Die Inszenierung von TaS-Chef Joe Knipp ... spielt virtuos mit der Imagination und tiefenpsychologischer Symbolik seelischer Abgründe."

TERMINE

 

besondere Stücke (buchbar für Gastspiele und geschlossene Vorstellungen):

 

im TAS wieder ab 2020

KAFKAS WELTEN

von Franz Kafka; Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit David N. Koch

Gregor Samsa ist wütend. Weil seine Familie ihn morgens aus dem Bett zur Arbeit scheuchen will. Weil er sich einsam und ausgenutzt fühlt. Und weil niemand merkt, dass er sich nicht dem Alltag stellen kann, weil er im Begriff ist, zu einem riesigen braunen Ungeziefer zu mutieren.

Im Stück sind Textteile aus der 'Verwandlung' mit solchen aus der Erzählung 'In der Strafkolonie' zu einem furiosen Solo verknüpft.

KAFKA, eingesperrt, ein Spieler, ein Rächer, ein Kind.

KAFKAS WELTEN - ein phantastisches Labyrinth. Geheimnisvoll, witzig, ungeheuerlich.

 

im TAS wieder zur Spielzeiteröffnung 2018/19

100 JAHRE DADA – Duchamp/Ball/Hennings

Textfassung, Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Inszenierung: Joe Knipp; 

mit Anna Möbus und Signe Zurmühlen

Irgendwann im Juni 1911. Emmy Hennings kommt abends um sechs Uhr mit dem Zug in Köln an. Ihre Schauspieltruppe hatte sich, von Flensburg kommend, in Münster aufgelöst. „Der Kölner Dom, vergoldet in der Abendsonne ragten die Türme...“ Sie wird 'die Straße machen' in Köln und anderswo, bis sie Deutschland durchquert hat, in München landet und Hugo Ball kennenlernt, der sich sterblich in sie verliebt. 

"100 Jahre nach der Geburtsstunde des Dada im legendären 'Cabaret Voltaire' in Zürich wird er im Theater am Sachsenring zu neuem Leben erweckt. Und es gelingt ihm, was ihm bereits vor 100 Jahren gelang: unsere Vorstellungen von der Welt zu hinterfragen. Ist sie wirklich so, wie sie zu sein scheint? Oder könnte sie auch anders sein: gaga di bumbalo bumbalo gadjamen?" (Alida Pisu)

Was wären wir alle ohne DADA?

 

PRINZ FRIEDRICH VON HOMBURG

Fassung und Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Anna Möbus und Julian Baboi

Brigitte Schmitz-Kunkel schreibt in der Kölnischen Rundschau: „'Prinz Friedrich von Homburg' gehört nicht zu den Bekannten, die man heute noch ständig auf der Bühne sieht. Joe Knipp, der ein Faible für die Träumer hat. lässt sich im Theater am Sachsenring auf Heinrich von Kleists somnambulen Helden ein. Und weil er ihn ohne Ironie oder modernisierenden Regie-Überbau zeigt, lässt sich unverhofft eine schöne Geschichte mit viel Hin und Her wiederentdecken. Schon der Anfang auf der nur mit einer Rasenbank ausgestatteten Bühne ist hinreißend: Im blauen Mondenschein liegt der Prinz im Gras, und was er träumt, zeigt Julian Baboi in Zeitlupe. Dann tauscht er das Soldaten-Wams mit Anna Möbus, so wird sie zum Prinzen. Traumwandlerisch sicher verwandeln sich die beiden mit wenigen Requisiten unentwegt von einer Person in eine andere.""Träum ich? Wach ich? Leb ich? Bin ich bei Sinnen?"

PÜDEL TAM TAM

Texte: Joe Knipp; Musik: Albrecht Zummach

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen;

Mit Anna Möbus, Nina Ruhz, Clemens Dreyer u.a.

PÜDEL TAM TAM – pures Peng Peng, ein wahn-witziges Stück für Püdel, Türen, Räume und ein großes Tam Tam. Sagt Raum zu Zeit: Du bist verzerrt. Sagt Zeit zu Raum: Das glaub ich kaum. Ein Stück, das die natürlichen Züge poetischen Irrsinns trägt. Der Wahnsinn hat Methode. Aus der bewährten Feder von Joe Knipp in Bühne und Kostümen von Hannelore Honnen. 

Die Menschen sind verschwunden. Die Käfer auch. Eine Mutation, die Püdel, versuchen nun etwas über das Gefühlsleben ihrer Vorgänger herauszufinden.

In der Produktion PÜDEL TAM TAM findet die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Albrecht Zummach ihre Fortsetzung. Bereits 2017 hat das zur erfolgreichen Produktion DIE KÄFER geführt. Mit PÜDEL TAM TAM entsteht ein Stück, das in besonderer Weise Toncollagen, Tanz, Songs, Spielszenen und absurde Poesie verbindet. PÜDEL wird ein aufsehenerregender Abend.

Hadel Hodel Hüdel
Hier im Stück geht es um Püdel.
Püdel Eins bis Püdel Drei
Und dann ist das Stück vorbei.

Ach die Käfer, sangen, litten,
Suchten Wahrheit, Glück und stritten
Nach der Menschen alten Sitten.
Wurden nicht mehr froh des Lebens,
Suchten 's Mensch-gefühl vergebens.


Die Möwe

Die Möwe (Tschechow) im TAS
Jennifer Tilesi Silke in: DIE MÖWE

Anton Tschechow

Bühnenfassung und Inszenierung: Joe Knipp; Dramaturgie: Sabine Dissel; Bühne und Kostüme Hannelore Honnen 

Mit Anna Möbus (Arkadina), Jennifer Tilesi Silke (Nina), Nina Ruhz (Mascha), Paul Behrens (Kostja) und Richard Hucke (Trigorin)

Fotos: Barbara Siewer

Premiere: 20. April 2018

Sommer. Müßiggang. Ein Landsitz. Ein Autor wird bewundert. Er kommt mit Irina Nikolajewna Arkadina, eine Schauspielerin alten Schlages. Die Arkadina sehnt sich nach den guten Zeiten auf der Bühne. Ihr Sohn Kostja verachtet die „Priester der heiligen Kunst“. Er schreibt und versucht sich an experimentellem Theater.

Die junge Nina spricht Kostjas großen Monolog, Die Gäste sind belustigt. Kostjas künstlerische Suche nach "neuen Formen" im Schauspiel kommentiert die Mutter mit Hohn und Spott. 
Nina lernt Trigorin kennen und verliebt sich in den berühmten Schriftsteller. Sie will ihm nach Moskau folgen. Kostja ist erschüttert. Er findet sich in einem Alptraum wieder. Seemenschen, Luftwesen, blau, schwarz, grün, durchsichtig-undurchsichtig. Alle reden über Kunst, Geld, Erfolg, das Leben und reden aneinander vorbei. Alle sehnen sich. Alle lieben aneinander vorbei. Alle wollen irgendwo hin und bleiben doch noch einen Augenblick. Wenn ein Schuss fällt, dann hinter der Bühne...

Das Theater am Sachsenring spielt DIE MÖWE von Anton Tschechow.

In diesen aufgewühlten Zeiten haben Kunst und Kultur eine besondere Bedeutung, haben Theater und Sprache einen besonderen Stellenwert. Zeitgenössisches Theater muss sich nicht durch Aktualisierung auszeichnen, oder durch eine Laufschrift mit Börsenkursen über der Bühne. Politisches Theater ist Menschentheater. Tschechow ist ein Autor, der Menschen auf die Bühne bringt. Menschen, die auf tragische Lebensbahnen geraten, leicht, unabwendbar - und wir sehen eine Komödie.

Wir versuchen in dieser Bühnenfassung die Konflikte um das Theater, die Kunst, die Liebe zu zeigen, indem wir dem Text folgen. Er sagt uns auch etwas über unser Leben, unsere Versuche... Wir brauchen das Menschentheater, das Traurige, das Komische, das Lebendige.

R.-R. Hamacher schreibt in einer Rezension für die Rundschau:

Das schlichte Bühnenbild - eine Stehleiter, zwei Bänke im Hintergrund - betont die Zeitlosigkeit von Tschechows Tragikomödie „Die Möwe", die Regisseur Joe Knipp für seine unangestrengte Inszenierung am Theater am Sachsenring (TAS) auf fünf Personen reduziert hat. In diesem dunklen Raum kreisen die Eingeschlossenen in durchsichtigen, an Fliegen-Netze erinnernden Kostümen (Hannelore Honnen) um sich selbst, nutzen ab und an die Fluchtmöglichkeiten aus den Seitentüren und durch den zum Bersten gefüllten Zuschauerraum ...
Tschechows Charakterzeichnung ... findet ihre Entsprechung in der präzisen Schauspielerführung von Joe Knipp ... Anna Möbus (Arkadina) bedient ... sowohl die komödiantischen Momente (in der umwerfenden Verführungs-Szene mit Trigorin), als auch die Tragik ... Schauspiel-Novize Paul Behrens stürzt sich mit unbändiger Verve in Kostjas dekadente Fantasien... Das zurückgenommen-intensive Spiel von Nina Ruhz (Mascha) ... Richard Huckes (Trigorin) Souveränität ... seit langem eine sichere Bank am TAS, ... der Liebreiz und das Charisma, mit dem Jennifer Tilesi Silke ihre Nina ausstattet, ein hoffnungsvolles Schauspielerversprechen für die Zukunft... 

DIE KÄFER

Vorbestellungen telefonisch möglich unter: 0221 315015

Alida  Pisu  schreibt:  "DIE KÄFER muss man sehen! Weil sie eben doch eine Vision zeigen und in den Texten und Liedern eine unglaubliche Kraft steckt, die die Hoffnung auf ein Morgen für die Menschen in sich trägt. Drei großartige Darstellerinnen, ein sensibel begleitender Musiker und eine beeindruckende Inszenierung, die man so schnell nicht vergessen wird."
Hier die ganze Rezension auf 'Meine Südstadt': KEIN KIND MEHR DA...

Rolf-Rüdiger Hamacher schreibt für die Rundschau: "(...) Albrecht Zummachs zwischen Volkslied und zartem Pop angesiedelte Melodien werden kongenial von Clemens Dreyer am Vibraphon und Klavier umsetzt... In höchste Sphären schauspielerischer Kunst und erotischer, niemals vulgär wirkender Ausstrahlung führen uns dann jene vom Aussterben bedrohten LebeWesen, die man nach diesem poetisch-hintersinnigen Theaterabend mit ganz anderen Augen sieht."

Texte: Joe Knipp; Musik: Albrecht Zummach

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Choreografie: Heike Huhmann; Assistenz: Sharon Edelstein

Mit Heike Huhmann, Charlotte Welling, Anna Möbus, Clemens Dreyer

Ein wahn-witziges Theaterstück mit Musik

Inhalt:

Die Apokalypse hat ihr Werk getan. Es bleiben - drei Insekten. Die KÄFER treffen sich und betrachten die neue Welt. Ihre größten Feinde, die MENSCHEN, sind verschwunden. Grund zum Feiern? Grund zunächst zur Schadenfreude. Die DREI kommen auf die spaßige Idee, den Gefühlsalltag ihrer einstigen Peiniger nachzuspielen. Dabei geraten sie immer tiefer in den Sog von Liebe, Sex und Melancholie. Die Folge: Dramen und Aufwallungen, Streitigkeiten und Orgien. 

Hintergrund:

Grundlage für die „DIE KÄFER“ ist „Das rote Album“ des Kölner Chanson-Trios „Zinnober“, mit dessen Songs Joe Knipp, Albrecht Zummach und Clemens Dreyer seit Jahren Konzerte geben. Für das Album erhielten sie den rennomierten 'Preis der deutschen Schallplattenkritik'. Hinzu kommen neue und bislang unveröffentlichte Texte und Lieder. Das Ergebnis ist ein bewegender Theaterabend.

„... lasst uns also Menschen spielen... und wie sie das Herzchen fühlen!“

Die Uraufführung des Stücks von Joe Knipp und Albrecht Zummach, erlebte am 28. September eine überragende Premiere. Das Publikum feierte Stück und Ensemble mit stehenden Ovationen, Jubel, Bravos und lang anhaltendem Applaus.

"Knipp hat den Wortwitz eines Ernst Jandl, die Melancholie Wolfgang Borcherts. Es finden sich surrealistische und dadaistische Anklänge, und Zummach mischt munter musikalische Elemente wie Volkslied, Balladen, Musical und Pop-Musik zusammen. Die Songs, die zu hören sind, stammen aus dem Repertoire des Kölner Chanson-Trios 'Zinnober', zu dem neben Knipp und Zummach noch Clemens Dreyer gehört. Er ist ein kongenialer Begleiter der drei Darstellerinnen, der sie unaufdringlich unterstützt und ihnen Raum lässt." (A. Pisu)

Foto: Barbara Siewer/ TAS

Trailer DIE KÄFER: https://youtu.be/H1pa98_T6bk


Geburtstags- Komödie

DIE BEFRISTETEN


von Elias Canetti; Inszenierung: Joe Knipp;

Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Heike Huhmann, Anna Möbus, Julian Baboi

Aufführungsrechte: beim S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt/Main

Fotos (Barbara Siewer): Heike Huhmann, Anna Möbus, Julian Baboi

Inhalt:

Der Mensch kennt sein Sterbedatum. Somit kann er sich seine Lebenszeit sinnvoll einteilen. Erst diese Sicherheit gibt echte Freiheit. So sagt der 'Kontrakt'. Aber auch in dieser schönen Zukunftswelt, in der es keinen plötzlichen Tod und keine Kriege und keine Gewalt mehr gibt, versuchen Zweifler, den Glauben in Frage zu stellen.

Ein Mann namens Fünfzig (die Namen entsprechen dem Sterbealter) wehrt sich. 

Die präzise und elektrisierende Vision einer Gesellschaft, deren Menschen sich einem System des 'Glaubens' unterworfen haben. Die Lebenszeit als Währung - wir sind auf dem Weg...

Kritik:

"...die stringente, emotionsstarke Inszenierung des Hausherrn Joe Knipp nimmt sehr gefangen, die drei Darsteller (Heike Huhmann, Anna Möbus, Julian Baboi) gehen auf der von Hannelore Honnen symbolhaft ausgestatteten Bühne immer wieder bis zum Äußersten. Eine starke Aufführung..." (C. Zimmermann, theater pur)

"Eine nachdenklich machende Inszenierung des Hausherrn Joe Knipp, die nicht so schnell abzuhaken ist. Weil sie sich sehr davor hütet, auch nur eine Frage beantworten zu wollen. Und das ist auch gut so. Theater muss Fragen stellen. Gerade dann, wenn es um die letzten, die existenziellen Dinge geht. Auf sie wird man nie eine endgültige Antwort geben können." (A. Pisu in Meine Südstadt)

Der Gott des Gemetzels

Bettina Scholmann, Julian Baboi, Doris Lehner und Richard Hucke (Foto: Barbara Siewer)

von Yasmina Reza

Aus dem Französischen von Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel

Der elfjährige Ferdinand Reille hat den gleichaltrigen Bruno Houillé in der Schule mit einem Stock verprügelt und ihm zwei Schneidezähne dabei herausgeschlagen.

Die Eltern der beiden sind zusammengekommen, um die Dinge zu klären. Véronique ist eine sozialkritische Schriftstellerin, die an einem Buch über den Darfur-Konflikt arbeitet. Ihr Mann Michel betreibt einen Eisenwarengroßhandel. Annette Reille ist Vermögensberaterin und ihr Mann Alain ein erfolgreicher Jurist, der für einen Pharma-Konzern arbeitet. Das Gespräch beginnt harmlos. Annette und Alain geben sich schuldbewusst und Véronique und Michel geben zu verstehen, dass sie eine friedvolle Übereinkunft möchten, wenn nicht sogar zur Vergebung bereit sind.

Doch langsam erhält der Konflikt einen anderen Ton. Die Diskussion wird ständig durch Alain unterbrochen, da er berufliche Anrufe auf sein Handy erhält und lautstark versucht, einen Pharmazie-Skandal seines Unternehmens in den Griff zu bekommen. Außerdem klingelt häufiger das Telefon der Houillés, weil Michels Mutter ständig anruft. Es stellt sich heraus, dass Michels Mutter das Medikament nimmt, dessen schwerwiegende Nebenwirkungen Alain über sein Handy zu vertuschen versucht…

Schließlich bricht die dünne Schicht bürgerlicher Kultiviertheit: Die vier Erwachsenen geraten aus der Fassung und es wird immer deutlicher, dass sie alle hinter ihrer zivilisierten Maske einen "Gott des Gemetzels" anbeten. Auf dem Schlachtfeld dieser Tragikomödie versinkt am Ende nicht nur ein Handy in der Tulpenvase...

"Souverän drehen die vier Akteure an der Schraube des anschwellenden Konflikts. Ständig tun sich in dem tragikomischen Tohuwabohu neue Allianzen auf, wobei die Wortgefechte unter den Eheleuten in der Logik der Eskalation mit den gefährlichsten Waffen geführt werden. Am Ende der knackigen 75-minütigen Konfrontation sind die Ehen im Zustand gefährlicher Erosion und die Hoffnungen auf zivilisierte Umgangsformen vom Gott des Gemetzels gänzlich zunichtegemacht worden." (Kölner Stadt-Anzeiger) 

Inszenierung: Joe Knipp; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen

Mit Bettina Scholmann; Julian Baboi; Doris Lehner; Richard Hucke

DRACULA

DRACULA ist im Theater angekommen

von Bram Stoker 

Inszenierung: Joe Knipp; Bühnenfassung und Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Mitarbeit: Angelika Steffentorweihen, Wolfgang Wehlau; Assistenz: Grace Müller, Ora Katz - mit Felix von Frantzius, Jennifer Tilesi Silke, Signe Zurmühlen, Julian Baboi, Marie Dinger.

Blut. Düsternis. Großes Schloss auf kleiner Bühne. Der größte Vampir aller Zeiten ist im Theater angekommen.

Die Uraufführung war ein großer Erfolg. M. Bischoff schreibt: "Das Theater am Sachsenring überzeugt mit einer grandiosen Bühnenfassung des Gruselromans. Großer Premierenapplaus - und Schauer pur. .."

Jasmin Klein schreibt in meinesuedstadt über das Erlebnis Theater: "...die vier Schauspieler, die beiden jungen Frauen und beiden jungen Männer, spielen gut... echt, unprätenziös und wahrhaftig... Mit großer Spielfreude tragen sie das Stück und machen es kurzweilig und lebendig. Und das Stück ist nicht nur gruselig und unheimlich. Es steckt voller großartiger Ideen..."

Der Kölner Stadt-Anzeiger sieht: "Wahnsinn und Sinnlichkeit" - und die Kölnische Rundschau schreibt: "Die Inszenierung von TaS-Chef Joe Knipp ... spielt virtuos mit der Imagination und tiefenpsychologischer Symbolik seelischer Abgründe. Da geht es um Wahn und Wirklichkeit, Eros und Thanatos, Faust und Mephisto und den Kampf mit den eigenen Dämonen. Ein paar mobile Rahmen und eine kluge Lichtregie (Bühne: Hannelore Honnen) genügen, um die klaustrophobische Atmosphäre zu schaffen, in der sich die vier großartigen Akteure (alle in mehreren Rollen) bewegen. "

Der Inhalt:

Es beginnt, wie immer, ganz harmlos. Der junge Londoner Rechtsanwalt Jonathan Harker reist auf Wunsch des Grafen Dracula nach Siebenbürgen, um in London für ihn den Kauf eines Hauses und die Überfahrt dorthin zu regeln. Harker bemerkt nach ein paar Tagen, dass der Graf kein Spiegelbild hat und beim Anblick von Blut seltsam reagiert. Seine Erscheinung prägen lange, spitze Zähne, blutunterlaufene Augen, auffällig weiße Haut und sehr rote Lippen.

Harker wird von Albträumen geplagt, sieht Schatten und hat Todesangst. Er entdeckt eine Gruft im Schloss, in der Dracula tagsüber in einer mit Erde gefüllten Kiste liegt. Diese und andere Kisten werden für die Überfahrt auf ein Schiff transportiert. Im Augenblick der Landung im Hafen springt ein großer schwarzer Hund an Land und verschwindet in den Gassen der Stadt.

Kurz danach bemerkt Harkers Verlobte 'Mina' zwei punktförmige Male am Hals ihrer Freundin Lucy. Die Ereignisse überschlagen sich. Der holländische Gelehrte Professor van Helsing weiß nun, dass er es mit einem Vampir zu tun hat. Er will den Vampir besiegen. Mina soll versteckt werden, aber Graf Dracula findet sie. Kann sie noch gerettet werden?

Dieses große Stück haben Sie mit Ihren Spenden und der Unterstützung unserer Kampagne DRACULA BRAUCHT BLUT! erst ermöglicht. Danke Dafür! Weitere Spenden sind willkommen. Unsere Spendenseite.

Uraufführung: 7. Mai 2015 - weitere Vorstellungen hier

Fotos: Barbara Siewer

PEER GYNT (Ibsen)

Peer Gynt
Das Theater am Sachsenring - Schaubühne Köln zeigt "Peer Gynt" - Mit Richard Hucke

KAFKAS WELTEN

Ein Theaterstück mit Texten von Franz Kafka

Es spielt David N. Koch
Stückfassung und Inszenierung: Joe Knipp
Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen
Assistenz: Andrea Richarz
Mitarbeit und Projektleiterin für die Festivalteilnahme in Brest: Angelika Böhrer

Das international preisgekrönte Stück 'Kafkas Welten' wurde nominiert für den Kölner Theaterpreis und
David N. Koch für den Darstellerpreis PUCK 2009.

Fotos: Wolfgang Weimer.

Diese "ungeheuere Welt, die ich im Kopf habe" Kafka

"Ihr müßt nicht fragen, was das soll. Das soll gar nichts. Das bedeutet gar nichts. " Kurt Tucholsky

"Ich glaube nicht, dass Spiel notwendigerweise weniger real sein muss als Sein." George Tabori:


Schrecken der Kindheit

Theater am Sachsenring: Kafkas Welten. Inszenierung: Joe Knipp

von H. Georg

Kafkas Texte bergen vielfältige Geheimnisse. Zur Kennzeichnung des rätselhaft
Abgründigen in diesen Texten gefällt uns die Vorstellung von einer „kafkaesken“ Welt. In dieser Welt dominiert ein Gefühl dunkler Ungewissheit angesichts rätselhafter Bedrohungen, die von Mächten ausgehen, deren konkrete Struktur nicht fassbar scheint. Sie erscheinen als mächtige Behördenapparate, denen man hilflos ausgeliefert scheint. Die „kafkaesken“ Zustände in Kafkas Welten üben auf uns einen Reiz aus. Das peinigend Unentrinnbare, das in den Texten oft einhergeht mit düsterer Komik, versetzt uns in wohliges Entzücken, je sicherer wir sein dürfen, selbst niemals in derartige Situationen zu geraten. So gerät Kafkas Werk aber auch auf eine diffuse Höhe des Unverbindlichen. Kafkas Welten scheinen weit entfernt von unseren Alltagswelten.

Joe Knipp zeigt nun im Theater am Sachsenring, wie spannend und erkenntnisreich es sein kann, „Kafkas Welten“ wieder in die Alltagswelten zurück zu führen. Ausgangspunkt für Knipps Interpretation ist die Erzählung „Die Verwandlung“. Die verunsichernde Geschichte von der „eines Morgens“ stattgefunden habenden Verwandlung Gregor Samsas in ein „ungeheures Ungeziefer“ verknüpft Knipp mit Textteilen aus der Erzählung „In der Strafkolonie“, wo ein Offizier die Funktionsweise einer grausamen Hinrichtungsmaschine dazulegen versucht, sowie einer kurzen Passage aus dem „Brief an den Vater“.

Hier findet sich das Motiv für diese Inszenierung: Knipp greift die von Kafka in diesem Brief thematisierte Auseinandersetzung mit einem Furcht einflößenden Vater in einer autoritär geprägten Erziehungswelt auf. Diese Erziehungswelt hatte bereits zu Zeiten Kafkas eine bis heute populäre Darstellungsform in einem Kinderbuch erhalten:
Heinrich Hoffmanns Struwwelpeter. Eben diesem Buch scheint David Koch entstiegen, wenn er die kleine nach hinten sich verengende Bühne betritt: kurze braune Trägerwollhosen, Suppenkaspargesicht. In dem nun folgenden furiosen Solo erobert er die Bühne als Zappel-Philipp ebenso wie als Hans-Guck-in-die-Luft. Zunächst aber lässt er uns an der Verwandlung Gregor Samsas teilhaben. Mit wenigen klug eingesetzten Requisiten erspielt er das Szenario in der Wohnung angesichts des ungeheuren Vorgangs der Verwandlung. Während der immer exakt und souverän gesprochene Text Kafkas das Szenario als ebenso kurioses wie dennoch reales Geschehen erscheinen lässt, deutet das Spiel die andere Ebene an: Gregor Samsas Verwandlung erscheint als Fantasie eines Kindes, hinter welcher ein Aufbegehren gegen die patriarchalisch-autoritäre Familienwelt erkennbar wird. Zu dieser Welt gehört auch das merkwürdig grausame Bestrafungssystem in der Strafkolonie. David Koch wechselt unvermittelt in diesen Text und wieder zurück. Mit allerhand neurotischen Verrenkungen erläutert der Offizier dem Besucher die Funktionsweise der Hinrichtungsmaschine. Während er noch in Worten das grausam-autoritäre Regime in der Strafkolonie entstehen lässt, turnt David Koch über die Bühne bereits wieder als Zappel-Phillip und Hans-Guck-indie-Luft.

Auf eine verblüffend einleuchtende Weise gehen die Hoffmann'schen Figuren ein Bündnis mit den Kafka-Texten ein. Deren Rätselhaftigkeit erweist sich als Ausdruck einer autoritären Zwangsgesellschaft. Die Hoffmann'schen Figuren scheinen durch ihr kindlichanarchisches Ausbrechen aus dem Korsett des Zwanghaften eine Befreiung zu ermöglichen. Wir wissen, dass dies nicht gelingt, die Strafe für das nicht fügsame Kind folgt unerbittlich. So bleibt nur die Flucht in die Fantasie. Eine innere Befreiung bevor der Vater kommt.

Eine kleine, sehr feine Aufführung mit einem tollen David Koch!


Fulminante Uraufführung: Theater am Sachsenring führt in "Kafkas Welten"

Von Barbro Schuchardt

Gregor Samsa ist wütend. Weil seine Familie ihn morgens aus dem Bett zur Arbeit scheuchen will. Weil er sich einsam und ausgenutzt fühlt. Und weil niemand merkt, dass er sich gar nicht dem Alltag stellen kann, weil er im Begriff ist, zu einem riesigen braunen Ungeziefer zu mutieren.

Knipp montierte Textteile aus der "Verwandlung" mit solchen aus der Erzählung "In der Strafkolonie" (1914) und einem Auszug aus dem "Brief an den Vater" (1919) zu einem furiosen Solo für den jungen Schauspieler David Koch zusammen. Koch ist in Knipps Inszenierung das böse, grausame Kind Franz, das sich mit Horrorvisionen aus der beengten Kleinbürgerwelt mit dem despotischen Vater hinaus fantasiert und dabei alle Grenzen überschreitet - auch physisch.

Mit halsbrecherischer Präsenz turnt Koch in seinen kurzen braunen Hosen über die Balustrade zum Zuschauerraum, stößt dabei fast mit dem Kopf an die Decke, aus der er Bonbons zutage fördert, schnaubt, schnarrt, grunzt, quietscht - und redet, redet, redet. Die Augen sind schwarze Löcher im weißgeschminkten Gesicht, eine Gießkanne wird in Kochs fulminantem Monolog durch ein paar Stofffetzen zu Vater, Mutter, Schwester. Getrieben vom Hass auf die ganze Welt rast er durch seine Vision von der Verweigerung alles Menschlichen, wobei der junge Schauspieler eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit beweist.

vergrößern auf 300 dpi Druckfassung. David Koch in In Hannelore Honnens klaustrophobisch sich verengender Bühne gewinnen die Machtfantasien des Jungen eine außerordentliche Plastizität. Durch die mehrfache Brechung der Hauptfigur finden Knipp und Koch einen zeitgemäßen Zugang zu Kafkas verrätselten Texten...

Fotos Wolfgang Weimer: Franz als Alien vis à vis mit der Maschine/ Franz verwandelt sich

Kölnische Rundschau 06.12.08


Die fiese Nähmaschine lebt

Ein Szenario wie in einem expressiven Stummfilm. Vor strenger Bauhaus-Kulisse erscheint David Koch, zum monströsen Riesenbaby stilisiert, das Gesicht mondfahl geschminkt. Ein markerschütterndes Krächzen entfährt ihm. Das letzte Röcheln eines verrückt Gewordenen? Der Sound eines Aasgeiers, der nach der Beute giert?

...so geschickt verzahnt, dass sich ein lyrischer Schwebezustand einstellt zwischen einer Familienanalyse und einer Parabel über Bürokratie. Privates und Politisches vermengen sich.

Kölner Stadtanzeiger


Kafkas Welten
Schauspiel

Regisseur Joe Knipp bringt in seiner Ein-Personen-Adaption "Kafkas Welten" Klarheit in die Sache. Er fokussiert die (erzählerische) Macht der Sprache des Pragers als Gegensatz zu dessen stets beängstigender, unberechenbarer fiktionalen Welt.

StadtRevue


In seiner neusten Inszenierung "Kafkas Welten" wirft Joe Knipp uns in den Ideenstrom des kleinen Jungen Franz (David Koch). Während das Kind immer weiter in die Fiktion eintaucht, reißt es uns und die Wirklichkeit mit sich. Es spielt mit seinen Möglichkeiten und der Macht, die es plötzlich hat. Doch während die Zeiger der Uhr ruhig vorwärts gehen, gewinnt das Spiel mehr und mehr an Grausamkeit. Zwischen realer Fantasie und fantasierter Realität entdecken wir die Worte, die in den berühmtesten Erzählungen des Erwachsenen Franz Kafka "Die Verwandlung" und "In der Strafkolonie" wieder zu finden sind.


Ich sehe dich nicht, also siehst du mich nicht!

Ich halte mir die Ohren zu, dann können mir deine Worte nichts anhaben,
denkt das Kind, um gegen das Schimpfen der überlegenen Erwachsenen anzukommen.
Was aber, wenn die Eltern nach dem Öffnen der Augen wirklich verschwunden sind?
Was aber, wenn sich die strafenden Worte tatsächlich gegen den richtet, der sie ausspricht?

Während ich mich in meine Ausgeschlossenheit einschließe, werden die Wände um mich herum immer enger. Die Grenzen der Freiheit verändern sich ebenso, wie die zwischen Realität und Fantasie. Der Apparat ist in Gang gesetzt. Gibt es jetzt noch ein Entrinnen? Andrea Richarz

Kafkas Welten

mit David Koch




Inszenierung: Joe Knipp.
Kafka

Ab Jetzt

von Alan Ayckbourn

Deutsch von Corinna Brocher und Peter Zadek

Inszenierung: Joe Knipp
Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen
mit Richard Hucke, Charlotte Welling, Heike Huhmann, Martina Kock, Franziska Seifert.

"Zum Brüllen komisch und zum Heulen traurig ist der Stoff, aus dem Alan Ayckbourns 1987 uraufgeführte Science-Fiction-Komödie 'Ab jetzt' gemacht ist. 

Eine pointenreiche und schwungvoll in Szene gesetzte Komödie, in der die Gags im Minutentakt zünden. Aber auch ein Stück mit Tiefgang, das die von Huxley skizzierte 'schöne neue Welt', die schaudern macht, aufblitzen lässt."

Hier die ganze Premierenkritik von Alida Pisu: http://www.meinesuedstadt.de/kultur/maschinenfrau-zeigt-menschlichkeit

Inhalt:

Nahe Zukunft, ein Vorort. Jerome lebt mit einem weiblichen Roboter zusammen, ursprünglich zur Verwendung als Kindermädchen konstruiert. Im Kampf um das Sorgerecht für seine Tochter engagiert Jerome eine Schauspielerin, um dem Jugendamt eine intakte Beziehung vorspielen zu können. Als ihn Zoe nach nur einer Nacht ebenfalls verlässt, schlägt die große Stunde des nicht mehr ganz intakten Androiden. GOU 300 spielt die Frau an seiner Seite. Aber es bleibt nicht beim Servieren von Tee und Plätzchen. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

Eine phantastische Farce, die uns mit schwarzem Humor in die Zukunft blicken lässt.

Fotos: Barbara Siewer - hier: Charlotte Welling, Franziska Seifert, Heike Huhmann

Der Autor:

Alan Ayckbourn ist

einer der erfolgreichsten Komödienautoren der neueren Zeit in Europa."Ayckbourn ... schreibt über die Mühen der modernen Menschheit, den Pleuelstangen, Zahnrädern, Kolben des "großen Mechanismus" auszuweichen. Wo Shakespeare die Menschen exemplarisch fallen lässt, sieht Ayckbourn sie alltäglich hüpfen, stolpern und tanzen. Wo bei Shakespeare die Männer Macht und Bedeutung haben, sind bei Ayckbourn längst die Frauen Trägerinnen der Potenz und des Lebenswillens." (Die ZEIT)

"Das Ding hört auf den Namen Gou 300 F. Es ist ein Roboter. Es funktioniert auf Stichwort. Es kassiert Lacher... Nichts ist hier mehr so, wie es sein sollte. Die Farce hängt schief in den Angeln, und die Themen ... sind nicht Seitensprünge und Salonintrigen, sondern Isolation, Terror, Bandenkriege, Liebesverlust. Die Zeit: ganz nahe Zukunft. Mit 'Ab jetzt' hat Alan Ayckbourn seine wohl düsterste Farce geschrieben - die Komödie als Endspiel." (Spiegel, 1989)

100 JAHRE DADA - Duchamp/Ball/Hennings

Textfassung, Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Inszenierung: Joe Knipp; mit Signe Zurmühlen und Anna Möbus

ein federleichtes spiel über die federleichten dinge des lebens - die liebe, den sex und die kunst.

Anna Möbus und Signe Zurmühlen spielen den Vater von DADA - Marcel Duchamp und die beiden Gründungsmitglieder des Cabaret Voltaire, Hugo Ball und Emmy Hennings.

Aus der Premierenkritik von Alida Pisu auf "Meine Südstadt":

"100 Jahre nach der Geburtsstunde des Dada im legendären 'Cabaret Voltaire' in Zürich wird er im Theater am Sachsenring zu neuem Leben erweckt. Und es gelingt ihm, was ihm bereits vor 100 Jahren gelang: unsere Vorstellungen von der Welt zu hinterfragen. Ist sie wirklich so, wie sie zu sein scheint? Oder könnte sie auch anders sein: gaga di bumbalo bumbalo gadjamen?"

http://www.meinesuedstadt.de/kultur/worum-handelt-es-sich

DADA – Das Stück über seine Erfinder: Wir brauchen DADA! Heute. Jetzt. Zum 100. Geburtstag!

Es ist der Abend des 04. April 1916 in den Montross Galleries, New York. Marcel Duchamp ist schon bekannt hier - bekannt als der Maler von 'Akt, eine Treppe herabsteigend', der 1913 die Sensation der 'Armory Show' bildete. “Ich möchte die Dinge mit dem Geist so erfassen, wie der Penis von der Vagina erfasst wird“, sagt er zur amerikanischen Journalistin, die ihn begleitet. Und so begegnet man sich.

Es ist der Abend des 23. Juni 1916 in einem kleinen Café in der Spiegelgasse 1 in Zürich. Hugo Ball steigt in ein selbst gebasteltes Kostüm, lässt sich im Dunkeln auf die winzige Bretterbühne des Cafés heben und lehrt die Welt, was DADA ist: „Dada ist eine neue Kunstrichtung. Das kann man daran erkennen, dass bisher niemand etwas davon wusste und morgen ganz Zürich davon reden wird....“ Das kleine Café ist das an diesem Abend eröffnete 'Cabaret Voltaire'.

Irgendwann im Juni 1911. Emmy Hennings kommt abends um sechs Uhr mit dem Zug in Köln an. Ihre Schauspieltruppe hatte sich, von Flensburg kommend, in Münster aufgelöst. „Der Kölner Dom, vergoldet in der Abendsonne ragten die Türme. So schön, als vergoldeten die hohen Türme den Himmel. Ach, das wunderbar hohe Gewölbe des Domes...“ Sie wird 'die Straße machen' in Köln und anderswo, bis sie Deutschland durchquert hat, in München landet und Hugo Ball kennenlernt, der sich sterblich in sie verliebt. Gemeinsam gehen sie nach Zürich, wo er die Kunst neu erfindet und Emmy abends singt.

Was wären wir alle ohne DADA? 

Prinz Friedrich von Homburg

Träum ich? Wach ich?

Heinrich von Kleist

Textfassung und Inszenierung: Joe Knipp; Dramaturgie: Dr. Sabine Dissel; Bühne und Kostüme: Hannelore Honnen; Mitarbeit: Angelika Steffentorweihen, Wolfgang Wehlau

Mit Julian Baboi, Anna Möbus

„Ein Traum, was sonst?“

Der Prinz von Homburg, ein junger General, ist gefangen in seinen Träumen, er flicht sich selbst den Lorbeerkranz, er lebt in einem Überschwang an Gefühlen. Der Prinz erklärt der Nichte des Kurfürsten, Prinzessin Natalie, seine Liebe.

Aus seinem Traum erwacht, wundert sich der Prinz über den Handschuh in seiner Hand. Der "sinnverwirrte Träumer" überhört den Befehl, bei der kommenden Schlacht den Feind nicht ohne ausdrückliche Order zu attackieren. Entgegen dieser Anweisung lässt der Prinz also angreifen und siegt in der Schlacht. Dem Kurfürsten jedoch gehen Recht und Gesetz über alles. Er lässt den Prinzen wegen Befehlsverweigerung verhaften, ihm den Prozess machen und zum Tode verurteilen… Prinz Friedrich von Homburg verliert die Hoffnung. Was gelten Heldenmut und Gnade, was das Gesetz?

Brigitte Schmitz-Kunkel schreibt in der Kölnischen Rundschau: „'Prinz Friedrich von Homburg' gehört nicht zu den Bekannten, die man heute noch ständig auf der Bühne sieht. Joe Knipp, der ein Faible für die Träumer hat. lässt sich im Theater am Sachsenring auf Heinrich von Kleists somnambulen Helden ein. Und weil er ihn ohne Ironie oder modernisierenden Regie-Überbau zeigt, lässt sich unverhofft eine schöne Geschichte mit viel Hin und Her wiederentdecken. Schon der Anfang auf der nur mit einer Rasenbank ausgestatteten Bühne ist hinreißend: Im blauen Mondenschein liegt der Prinz im Gras, und was er träumt, zeigt Julian Baboi in Zeitlupe. Dann tauscht er das Soldaten-Wams mit Anna Möbus (Bühne und die sparsam historisierenden Kostüme Hannelore Honnen und Angelika Steffentorweihen), so wird sie zum Prinzen. Traumwandlerisch sicher verwandeln sich die beiden mit wenigen Requisiten unentwegt von einer Person in eine andere."

"Träum ich? Wach ich? Leb ich? Bin ich bei Sinnen?"

* WILLKOMMEN IM TAS - THEATER GANZ NAH! *

Zuschauerraum TAS
Zuschauerraum des Theaters am Sachsenring

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Das THEATER AM SACHSENRING besteht seit 1987 unter Leitung des Regisseurs Joe Knipp. Im TAS standen immer schon Spiel und Sprache im Mittelpunkt. Im TAS gibt es zu lachen und zu schauen. Theaterstücke, Literarisches, Komisches, Musikalisches. 2003 gab es den Theaterpreis für die beste Inszenierung des Jahres: "Das Fest". Das TAS spielt Kafka, Yasmina Reza, Kleist, Ayckbourn, Honnen, Canetti... Hier erhalten Sie regelmäßige Informationen über die aktuellen Entwicklungen und Pläne.

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Im stillen Ozean

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